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Wanderausstellung „Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus“

Datum

Juni 01 - 26 2026
Laufend...

Ausstellung zur Rolle der Ärzteschaft im Dritten Reich

Zur Aufarbeitung der Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus präsentiert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin vom 01. Juni bis 26. Juni 2026 die Wanderausstellung „Systemerkrankung. Arzt und Patient im Nationalsozialismus“ in ihren Räumlichkeiten. Beleuchtet werden die allgemeinen Verstrickungen der Ärzteschaft in die Verbrechen der NS-Zeit sowie ausgewählte Schicksale davon betroffener Ärzt:innen und Patient:innen.

„Die Verbrechen des Nationalsozialismus betreffen die Medizin im großen Umfang über die grausamen Versuche des Holocaust hinaus. Wir als Gesellschaft stehen in der Pflicht an diese menschenverachtenden Taten zu erinnern und sie stetig weiter aufzuarbeiten. Die Veränderungen im Gesundheitsbereich und die Auswirkungen, gerade für die jüdische Bevölkerung, dürfen nicht in Vergessenheit geraten“, so der Vorstand der KV Berlin im Vorfeld der Eröffnung am 01. Juni.

Die Ausstellung schildert Verbrechen, die Ärzt:innen im Namen der Medizin verübten: Zwangssterilisationen, Krankenmorde und Humanexperimente. Nicht zuletzt thematisiert sie auch wenig erforschte Felder, wie das Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht im Nationalsozialismus oder die Tätigkeit des Deutschen Ärztegerichtshofs in München.

Besucher:innen könne einen Eindruck erhalten, wie Karrieren ab 1933 verliefen und sich im Gesundheitssektor neue Aufgaben und Konfliktfelder ergaben. Wie verlief der Prozess der (Selbst-)„Gleichschaltung“ der ärztlichen Standesorganisationen und der Verdrängung politisch unerwünschter sowie jüdischer Ärzt:innen? Wie wurden Kriegsgefangene und Häftlinge in Konzentrationslagern medizinisch versorgt? Und wie versuchten Ärzt:innen und Gesundheitspolitiker:innen, die gesundheitliche Betreuung der deutschen Bevölkerung bis zum Kriegsende sicherzustellen?

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Sie war erstmals im November 2025 in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu sehen und wird seitdem in allen 17 Kassenärztlichen Vereinigung gezeigt. Nach Berlin zieht die Ausstellung zur Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen.

Die Ausstellung kann vom 1. Juni bis 26. Juni 2026 Montag bis Donnerstag von 09.00–18.00 Uhr sowie Frei-tag von 09.00–13.00 Uhr in der Masurenallee 6A, 14057 Berlin besucht werden. Der Eintritt ist frei.

https://www.kvberlin.de/die-kv-berlin/pressemitteilungen/detailansicht/pm260601

Die Veranstaltung ist bereits im Gange.

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