„Verfemte Musik“
Datum
- Okt. 21 2026
21.10.2026, 20:00 Uhr, Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin
Tickets unter: https://dko-berlin.de/
Gabriel Adorján: Violine & Leitung
Gideon Klein: Partita für Streicher
Valentin Silvestrov: Silent Music
Viktor Ullmann: 3 jiddische Lieder op. 53, arr. für Violine und Streicher von Dirk Beiße
Mieczysław Weinberg: Aria op.9
Dmitri Schostakowitsch: Kammersinfonie op. 118
Wohlklang und Gedenken: Das Deutsche Kammerorchester Berlin widmet sich der „Verfemten Musik“
Am 21. Oktober präsentiert das Deutsche Kammerorchester Berlin „Verfemte Musik“ im Kammermusiksaal der Philharmonie und gedenkt dabei Komponisten, die zu ihrer Zeit politisch verfolgt, unterdrückt oder aufgrund ihrer Herkunft und ihrer künstlerischen Haltung ausgegrenzt wurden.
Gespielt werden unter anderem Stücke von Gideon Klein und Viktor Ullmann, die im KZ Theresienstadt unter den Bedingungen nationalsozialistischer Verfolgung kurz vor ihrer Ermordung entstanden. Beide wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt und nach Theresienstadt deportiert. Dort entstanden Kompositionen, die zum Teil neue musikalische Wege einschlugen. Ullmann wandte sich besonders der jüdischen Tradition zu, beispielsweise mit „drei jiddischen Volkslieder op. 53“. Hatte Gideon Klein in Prager Anfangsjahren mit Vierteltonkompositionen und Zwölftontechnik experimentiert, interessierte er sich später zunehmend für die Volksmusik seiner Heimat, wie beispielsweise zu hören in seiner „Partita für Streicher“.
Daneben erklingen Werke der Komponisten Mieczysław Weinberg und Dmitri Schostakowitsch, die sich gegenseitig als künstlerische Kollegen schätzten. Mieczysław Weinbergs „Aria op. 9“ für Streichquartett entstand 1941, nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion. Auch Schostakowitsch, der zeitlebens unter dem Druck und den Repressionen des sowjetischen Regimes stand, griff in seinem Schaffen wiederholt auf jüdische Melodien, Texte und Themen zurück. Sein 10. Streichquartett in As-Dur „op. 118“ widmete er Mieczysław Weinberg.
Ergänzt wird das Programm durch Musik des ukrainischen Komponisten Valentin Silvestrov. Der Altmeister, der seit 2022 in Berlin lebt, wurde im selben Jahr mit dem Internationalen Schostakowitsch-Preis Gohrisch sowie mit dem OPUS Klassik für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Das Orchester gastiert mit gleichem Konzertprogramm am 24. Oktober beim Festival l Européen in der Halle de l’Aubette in Strasbourg. Das Berliner Konzert am 21. Oktober bildet den Auftakt zu diesem musikalischen Gedenken.
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