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25 LITFASSSÄULEN IN ALLEN 12 BERLINER BEZIRKEN ERINNERN BIS MITTE NOVEMBER 2026 AN DIESEN ZIVILISATIONSBRUCH

Datum

Okt. 15 2026 - Nov. 15 2026
Laufend...

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Am 18. Oktober 1941 verließ der erste sogenannte „Osttransport“ den Bahnhof Grunewald. Die Nationalsozialisten
und ihre vielen Helfershelfer deportierten 1.013 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus Berlin ins Ghetto
Litzmannstadt, dem von deutschen Truppen besetzten polnischen Łódź. Zuvor mussten sich diese Menschen mit
ihrem Handgepäck bis zum 15. Oktober im Sammellager, in der Synagoge Levetzowstraße, einfinden. Rechtlos,
ihrer sozialen Stellung und ihres Besitzes beraubt, aus der Gesellschaft ausgestoßen und zu Nummern degradiert,
mussten die Jüngeren unter den Augen der Berliner Bevölkerung acht Kilometer durch die Innenstadt zum
Güterbahnhof Grunewald laufen. Unter dem Vorwand der Umsiedlung wurden sie von der Gestapo in den Zug
gepfercht und von der Deutschen Reichsbahn in Richtung Osten transportiert. Aus Angst vor weiteren Deportationen
nahmen sich danach etwa 1.600 jüdische Frauen, Männer und Kinder das Leben.
Verfolgt, misshandelt, deportiert und getötet wurden bis zum Ende der Nazidiktatur auch Sinti und Roma, politische
Gegner, Zeugen Jehovas und Bekennende Christen, Homosexuelle und Menschen wegen ihrer Gesinnung,
Nationalität, Behinderung oder Erkrankung.

In allen Berliner Bezirken erinnern 25 Litfaßsäulen mit großflächig gestalteten Plakaten an diesen Zivilisationsbruch
und die damit verbundenen Schicksale. Fotografien, Stolpersteine, Gedenktafeln und Kurzbiografien geben
diesen 100 Menschen ein Gesicht. Diesem Terror der Nationalsozialisten sind in Berlin mindestens 55.000
Frauen, Männer und Kinder zum Opfer gefallen. Ab dem 13. Oktober 2026 bis zum 16. November 2026 wird
an den 25 Litfaßsäulen mit Gedenkveranstaltungen daran erinnert.
Die Stuttgarter Ilg-GmbH, die in Berlin ca. 1.700 Litfaßsäulen bewirtschaftet, ist einer der Medienpartner. Die
Großplakate mit 100 Biografien, Fotografien und Stolpersteinen gestaltete der Grafiker Michael de Maizère.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist Henrik Frankemölle, künftiger Absolvent des interdisziplinären Zentrums für
Antisemitismusforschung an der TU-Berlin.

Das vom Regisseur und Kulturmanager Günter Jeschonnek initiierte Gedenkprojekt im öffentlichen Raum fördern
die LOTTO Stiftung Berlin, Jan Philipp Reemtsma, die Inge Deutschkron Stiftung, die Berliner Bezirksämter von
Charlottenburg-Wilmersdorf und Lichtenberg, das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und
die Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung, Potsdam sowie private Spender.

Die Veranstaltung ist bereits im Gange.

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