Konzert im der St. Matthäus-Kirche: “Wi ken ich zingen”
Datum
- Nov. 18 2026
Berlin, St. Matthäus-Kirche
Konzert mit Werken von Werner Hans Hagen und Gideon Klein 18. 11. 2026 – Programmkonzept
Berliner Frauen-Vokalensemble
Leitung: Lothar Knappe
Miriam Götting, Viola
Liana Narubina, Klavier
Werner Hagen Aus dem Jiddischen Liederbuch (1999)
(*1944) für Frauenstimmen und Viola
Schpil she mir a Lidele in Jiddisch –Tumbalalaika – Schtil, die Nacht – Is gekumn der Feter Nossn – Bulbe – Der Opschit – Lo mir singen dort un dort – Schlof mojn Kind – Ein Kol wajn – Homentaschen
Gideon Klein Sonate für Klavier
(1919 – 1945) Allegro con fuoco – Adagio – Allegro vivace
Werner Hagen Lieder aus Ravensbrück
für Frauenstimmen und Viola (1997)
Vorspiel I (aus Jizchak Katzenelson: Das Lied vom letzten Juden)
I Leid und Trost (Maria Günzel/Ravensbrück)
Vorspiel II (Hiob)
II Die Laus (Maria Kociubska/Ravensbrück 1943)
Vorspiel III (Hiob) Solo: Nikola Gericke
III Ich träume im Lager (E. H., unbekannte Verfasserin, Ravensbrück 1944)
Vorspiel IV (Hiob)
IV Ich warte auf Post (Maria Kociubska/Ravensbrück 1941)
V Mein Friede (Maria Rutkowska/Ravensbrück 1942)
VI Kameradin, wenn du traurig bist (Unbekannte Verfasserin/Ravensbrück)
Nachspiel (Hiob)
Ein Mahnmal zur Erinnerung an Zehntausende, die im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück den Tod fanden, nennt der Hamburger Komponist Werner Hans Hagen seinen 1997 geschriebenen Zyklus „Lieder aus Ravensbrück“ für Frauenstimmen und Viola, Vertonungen von Gedichten von Frauen, die in Ravensbrück inhaftiert waren, umrahmt von biblischen Texten (aus dem Buch Hiob) und aus Jizchak Katzenelson: Das Lied vom letzten Juden.
„Im Zentrum des Werkes steht der 3.Satz, eine Elegie, die sich in der Mitte gewaltig steigert zu der Anklage: „Was hab ich euch allen getan?“ und „O Mutter, wann siehst du mich frei.“ Der 3. Satz wird umrahmt von zwei bewegten Sätzen in Scherzoform: „Die Laus“ (2. Satz), einem ironischen, sarkastischen Text und „Ich warte auf Post“ (4. Satz), in dem die Viola die Ungeduld der Ich-Person charakterisiert.
Der groß angelegte 1. Satz „Leid und Trost“ beschreibt in seinen langen Phrasen das unendliche Leid und die Einsamkeit und schildert in seinem anschließenden bewegten Teil Zuversicht und Hoffnung. Im letzten Satz wird die Hoffnung auf Frieden unterbrochen durch das Bewusstwerden der grausamen, verzweifelten Realität (Der Gesang geht ins Sprechen über), direkt daran anschließend choralartig ein Text des Trostes.
Umrahmt wird das Werk durch ein Zitat des Buches Hiob (es geht auch manchen Sätzen voran). Dabei wird der Text verschieden interpretiert; Als Aufschrei, erregte Klage, Seufzer, im Flüsterton, stockend und am Ende sich ewig repetierend“. (Werner Hagen)
Werner Hagen, geboren 1944 in Karlsruhe. Studium an der Frankfurter Musikhochschule der Fächer Klavier, Dirigieren und Komposition (bei Kurt Hessenberg). Später Kompositionsunterricht bei Bruno Maderna. Engagements als Korrepetitor und Dirigent an verschiedenen Opernhäusern, darunter Deutsche Oper Berlin (1967 – 1972). Pianistische Tätigkeit, Arbeit mit verschiedenen deutschen Rundfunkchören. Studienleiter beim NDR und Professor an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Das kompositorische Schaffen erstreckt sich auf die verschiedensten Bereiche mit Schwerpunkten Kammermusik und Vokalmusik (Chorwerke und Lieder nach Paul Celan, Nelly Sachs, Ivan Goll, Rainer Maria Rilke u. v. a.) sowie Bühnenmusiken
Die Klaviersonate schrieb der Prager tschechisch-jüdische Komponist und Pianist Gideon Klein, der im Januar 1945 in einem Außenlager von Auschwitz in den Kohlengruben unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, 1943 im KZ Theresienstadt.
Im Programm steht zu Beginn eine Auswahl aus dem Zyklus „Jiddisches Liederbuch“, den Werner Hans Hagen 1999 geschrieben hat: Traditionelle jiddische Lieder, eingerichtet für Frauenstimmen und Viola.
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