„Vergessene jüdische Architekten“
Datum
- Juni 09 2026
Die Jüdische Volkshochschule Berlin setzt ihre Reihe „Vergessene jüdische Architekten“ fort
und lädt Sie am
Dienstag, 9. Juni um 19:00
zum Vortrag von Dr. Eduard Kögel: „Rudolf Hamburger – im Dickicht der Geheimdienste“
in die Oranienburger Straße 29, 10117 Berlin
ein.
Eintritt 10 €, ermäßigt 8 €
Im Leben von Rudolf Hamburger (1903–1980) spiegeln sich die politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Er studierte unter anderem bei Hans Poelzig in Berlin und ging nach der Weltwirtschaftskrise 1930 nach Shanghai, wo er drei große Bauten realisierte – ein Schwesternheim, eine Schule und ein Gefängnis.
Seine Frau Ursula begann in dieser Zeit für den sowjetischen Geheimdienst zu arbeiten. Das brachte Rudolf nach Polen und in die Schweiz, von wo er 1939 allein nach China zurückkehrte. Damit begann eine Odyssee durch chinesische, persische und sowjetische Gefängnisse, bevor er 1955 aus dem GULAG in die DDR zurückkehren konnte. Dort verewigte ihn Brigitte Reimann im Roman »Franziska Linkerhand« in der Figur des Landauers, der beim Aufbau von Hoyerswerda an der sozialistischen Realität verzweifelt.
Dr. Eduard Kögel studierte an der Universität Kassel, promovierte an der Bauhaus-Universität Weimar und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt. Er trägt als freier wissenschaftlicher Berater, Forscher, Projektleiter und Kurator zu Diskursen über Architekturtransfer bei.
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