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Erinnern als Staatsräson? Deutsche Erinnerungskultur und israelische Perspektiven auf das Gedenken an die Shoah

Datum

Jan. 20 2026
Abgelaufen!

Dienstag, 20. Januar 2026, von 15.30 – 21.00 Uhr in die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz ein:

Erinnern als Staatsräson?
Deutsche Erinnerungskultur und israelische Perspektiven auf das Gedenken an die Shoah

Jerusalem, 2008: Angela Merkel tritt als erste Regierungschefin der Bundesrepublik ans Redepult der Knesset – und spricht auf Deutsch. Ein Satz wird besonders nachhallen, und das bis heute: “Diese historische Verantwortung Deutschlands ist Teil der Staatsräson meines Landes.”

Seitdem ist der Begriff der Staatsräson vielfach aufgegriffen, zugespitzt und aufgeladen worden. Irgendwann verschwand das Wörtchen “Teil”, und heute sind sich Apologet*innen wie Kritiker*innen des Konzepts zumindest darin einig, dass das Gedenken an die Shoah und das Eintreten für die Sicherheit des Staates Israel ein nicht verhandelbares Prinzip deutscher Politik sei. Aber ist das wirklich so?

Darf man in Deutschland wegen des Holocaust Israel nicht kritisieren? Sind Gedenkstätten und Erinnerungsorte Teil der sogenannten Staatsräson? In welchem Spannungsfeld befinden sich Akteur*innen aus diesem Feld aktuell?

Welche Rolle kann das Erinnern an die Shoah für ein gesellschaftliches Selbstverständnis haben, wenn es auch zum Spielball politischer Konflikte, Anklagen und historisch fragwürdiger Vergleiche gemacht wird? Gibt es in dieser Debatte noch die Bereitschaft, jüdische und israelische Perspektiven auf die Shoah und ihre Bedeutung für die Gegenwart – vor allem nach dem 7. Oktober – wahrzunehmen?

Am 84. Jahrestag der “Wannsee-Konferenz” stellen wir uns daher der Frage, welche Rolle die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen im Selbstverständnis der bundesrepublikanischen Gesellschaft spielt – und wie sie die Haltung gegenüber Israel heute prägt.

In zwei Gesprächsrunden wird dieses Spannungsfeld beleuchtet:
• Auf dem ersten Panel Erinnern als Staatsräson? tauschen sich hierzu Jacob Eder, Christian Heldt, Anne Rethmann, Ronen Steinke und Mascha Wilke aus.
• Auf dem zweiten Panel Erinnern an die Shoah in Israel – nach dem 7. Oktober diskutieren Ayelet Gundar-Goshen, Michel Kichka und Yaron Tzur über die israelische Erinnerungskultur in der Gegenwart.

Moderiert wird die Veranstaltung von Gisela Dachs.

Mit der Veranstaltung möchten wir ein Gespräch anstoßen, das bislang im Gedenkstättenbereich nur selten öffentlich geführt wurde.

Programm: 20. Januar 2026, 15.30 – 21.00 Uhr

15.30 Uhr: Ankommen
16.00 Uhr: Begrüßung und Einführung – Deborah Hartmann | GHWK
16.15 Uhr: Bubales Puppentheater – Shlomit Tripp
16.30 Uhr: Erinnern als Staatsräson? – Moderation: Prof. Dr. Gisela Dachs | Hebrew University of Jerusalem
• Prof. Dr. Jacob Eder | Barenboim-Said Akademie
• Christian Heldt | Auswärtiges Amt
• Dr. Anne Rethmann | Hebrew University of Jerusalem
• Dr. Ronen Steinke | Jurist und Autor
• Mascha Wilke | Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
18.00 Uhr: Bubales Puppentheater – Shlomit Tripp
18.15 Uhr: Pause & Empfang
19.00 Uhr: Erinnern an die Shoah in Israel – nach dem 7. Oktober – Moderation: Prof. Dr. Gisela Dachs | Hebrew University of Jerusalem
• Ayelet Gundar-Goshen | Autorin
• Prof. Michel Kichka | Bezalel Academy of Arts & Design Jerusalem, Karikaturist und Autor
• Yaron Tzur | Ghetto Fighters’ House Museum
20.30 Uhr: Bubales Puppentheater – Shlomit Tripp
21.00 Uhr: Ende der Veranstaltung

Eintritt frei, herzlich willkommen. Eine Anmeldung ist erforderlich, hier über unsere Webseite.
Die Veranstaltung wird simultan Deutsch–Englisch übersetzt.

Mit freundlichen Grüßen

Jennifer Heidtke (sie/ihr)
Referentin der Direktion | Veranstaltungsmanagement

Am Großen Wannsee 56 – 58
14109 Berlin

Die Veranstaltung ist beendet.

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