Buber-Rosenzweig-Medaille

Preisträger

 

Der Deutsche KoordinierungsRat der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit verleiht jährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille an Persönlichkeiten, Initiativen oder Einrichtungen die sich um die Verständigung zwischen ethnischen und religiösen Gruppen verdient gemacht und im wissen- schaftlichen, künstlerischen, politischen oder sozialen Bereich einen Beitrag für die christlich-jüdische Zusammenarbeit geleistet haben.

Welche Begründung gibt es für den Namen dieser Medaille?

 

Buber-Rosenzweig-Medaille

 

Martin Buber und Franz Rosenzweig haben dem dialogischen Denken starke Anregungen gegeben, die für die moderne jüdische und christliche Theologie richtungweisend sind. Sie waren ebenso Wegbereiter moderner Erwachsenenbildung und Pädagogik.

Wer sind Martin Buber und Franz Rosenzweig?

Martin Buber, geboren am 8. Februar 1878 in Wien, gestorben am 13. Juni 1965 in Jerusalem, studierte in Wien, Leipzig, Berlin und Zürich Philosophie und Kunstgeschichte, war jahrzehntelang einer der geistigen Führer im deutschen Zionismus, gründete den jüdischen Verlag und gemeinsam mit Franz Rosenzweig das jüdische Lehrhaus in Frankfurt, gab die Zeitschrift "Der Jude" (1916-1924) heraus. Bis 1933 war Buber Honorarprofessor an der Frankfurter Universität, seit 1939 Professor für Soziologie an der Universität Jerusalem.
Seine zahlreichen Schriften sind in einer Auswahl letzter Hand in drei Bänden zu den Themen Religionsphilosophie, Chassidismus, Bibel und einem vierten mit dem Titel "Der Jude und sein Judentum" erschienen. Er hat sich darin wiederholt mit dem Problem christlich-jüdischer Begegnung beschäftigt, insbesondere in "Zwei Glaubensweisen".
Gemeinsam mit dem Katholiken Joseph Wittig und mit Victor von Weizsäcker gab er die Zeitschrift "Die Kreatur" (Berlin 1926ff.) heraus, die den Versuch gemeinsamer Weltverantwortung von Juden und Christen dokumentieren sollte. In den Religionsgesprächen mit christlichen Theologen im Stuttgarter "Freijüdischen Lehrhaus", besonders in dem letzten dieser Gespräche mit dem Bonner evangelischen Theologen Karl Ludwig Schmidt im Januar 1933, hat er in vorbildlicher Weise die Möglichkeit einer christlich-jüdischen Begegnung ausgeschritten. Gemeinsam mit Franz Rosenzweig übertrug er die Heilige Schrift neu, gewissermaßen als Abschiedsgeschenk des Judentums an die Deutschen.

Franz Rosenzweig, geboren am 25. Dezember 1886 in Kassel, gestorben am 10. Dezember 1929 in Frankfurt am Main, gründete 1919 das Freie Jüdische Lehrhaus in Frankfurt am Main; seit 1922 gelähmt; ein Schüler Hegels ("Hegel und der Staat", 1926); ursprünglich dem Judentum entfremdet, fand aber, angeregt durch Hermann Cohen, zurück zum Judentum und wurde neben Martin Buber zum bedeutendsten Deuter des Judentums in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Bahnbrechend war Rosenzweigs Buch "Der Stern der Erlösung", bedeutend seine Übersetzung der Gedichte Juda Halevis und der Bibel (letztere gemeinsam mit Martin Buber). Sein Briefwechsel mit Eugen Rosenstock ist einer der wesentlichen Beiträge unserer Zeit zum christlich-jüdischen Gespräch. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich insbesondere Professor Karl Thieme für die Erschließung der Werke Rosenzweigs eingesetzt.


Quelle:
Deutscher KoordinierungsRat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
 

 

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