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Buchvorstellung

Historiker Dr. Ralf Hoffrogge

Moderation Eva Nickel

Werner Scholem, geboren 1895 in Berlin, verkörpert die Widersprüche einer Generation. Aufgewachsen in einer jüdischen Berliner Familie startete er mit seinem Bruder Gershom Scholem eine Revolte gegen den autoritären Vater und den Chauvinismus des Ersten Weltkrieges. Während Gershom nach Jerusalem übersiedelte, sah Werner in der Arbeiterbewegung die Möglichkeit eines «anderen Deutschland» ohne Ausbeutung und Antisemitismus. Scholem ging zur Arbeiterjugend, später zur KPD. Im Frühjahr 1923 bereiste er das Ruhrgebiet in der Hoffnung, aus dem „Ruhrkampf“ würde sich die Vollendung der Novemberrevolution ergeben.
Aufgestiegen zum Organisationsleiter «bolschewisierte» Scholem ab 1924 die KPD nach russischem Vorbild, scheiterte jedoch am Widerspruch seiner Rolle als Revolutionär in einer nichtrevolutionären Zeit. Scholem wurde 1926 als Gegner Stalins aus der KPD ausgeschlossen und von alten Genossen geächtet. 1933 wurde er verhaftet, im Sommer 1940 im KZ Buchenwald ermordet. Seine Frau Emmy entkam 1934 ins britische Exil.