74. Jahrestag der Pogrome vom 9./10. November 1938
 

Veranstaltungen - Verlautbarungen - Hinweise

 

Veranstaltungen in Berlin und Potsdam

Die Auswahl der Veranstaltungen, Verlautbarungen und Hinweise stellt keine Wertung dar, sondern ist allein bedingt durch unseren Informationsstand. Wir freuen uns über ergänzende Hinweise. Für den Inhalt sind allein die Veranstalter verantwortlich. (Stand: 6.11.2012)

 

 



 

 

 

 

 

 


Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin

Bezirksverordnetenversammlung
Der Bezirksbürgermeister

 

Zum Gedenken
an die Pogrome vom 9. November 1938

Donnerstag  I  8. November 2012  I  17 Uhr
Ort:   Synagoge Fraenkelufer
, Fraenkelufer 10-14

(U-Bahnhof Kottbusser Tor oder Schönleinstraße)

 

Begrüßung:

Kristine Jaath, Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung
Franz Schulz, Bezirksbürgermeister
Gedenkrede:

Rabbinerin Gesa Ederberg erinnert an die weltweit erste Frau im Rabbineramt, Regina Jonas
(geb. 3. August 1902 in Berlin - erm.12. Dezember 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau), die in der Synagoge
Fraenkelufer (damals Kottbusser Ufer) amtierte.
Musikalische Umrahmung:

Ensemble Shikamana des Georg-Friedrich-Händel-Gymnasiums Berlin-Friedrichshain mit u. a. Liedern von Arno Nadel (geb. 5. Oktober 1878 in Wilna/Litauen - erm. März 1943 im KZ Auschwitz ), Leiter des Chors und Kantor an der Synagoge am Kottbusser Ufer.

 

Einladung

 

 

 

Jüdische Gemeinde zu Berlin

 

Gedenkveranstaltung

Donnerstag  I  8. November 2012, 19.00 Uhr
Ort:   Jüdisches Gemeindehaus
,
Fasanenstraße 79/80, 10623 Berlin

 


Begrüßung: Dr. Gideon Joffe, Vors. d. Jüdischen Gemeinde zu Berlin
Grußwort: Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin
Musikalisch-literarisches Programm: „Vergesst nur nicht...“
Gebet: Rabbiner Jitzhak Ehrenberg
El Male Rachamim: Kantor Arie Zaloshinsky, Kantor Isaac Sheffer
Kranzniederlegung am Mahnmal des Jüdischen Gemeindehauses
Kaddisch
 

 


Evangelischer Kirchenkreis/Evangelische Jugend Wilmersdorf

 

"erinnern und nicht vergessen" -
Bilder aus Auschwitz

Collage aus Bildern, Texten und Musik
anlässlich des Gedenktags zum 9. November

 

Freitag/Sonnabend  I  9. und 10. November 2012  I  jeweils ab 19.00 Uhr

Ort: Hochmeisterkirche, Westfälische Straße 70 a, 10709 Berlin-Halensee

 

Eintritt frei.

 

Im Oktober 2012 ist eine Gruppe Jugendlicher nach Polen gefahren, und hat sich dort das Vernichtungslager Auschwitz sowie die Spuren jüdischen Lebens in Krakau angesehen. Daraus ist eine Collage aus Bildern, Texten und Musik entstanden, welche die Evangelische Jugend anlässlich des Gedenktags am 9. November mit Gesang und Musik in der Hochmeisterkirche präsentiert.

„Eigentlich ist es eine kleine Sache – die eigentliche Erfahrung haben die Jugendlichen in Auschwitz gemacht“ sagt Initiatorin Sabine Maaß. Eine kleine Gruppe war in den Oktoberferien nach Polen gefahren, um das Arbeits- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anzusehen. In Krakau hatten sich die Jugendlichen außerdem auf die Spuren jüdischen Lebens begeben. In der Collage finden sich diese Eindrücke unter anderem in mehreren Klezmerstücken wieder, die Der Chor und Die Band gemeinsam aufführen. Kirchenmusiker Christian Hagitte hat das Repertoire um Chorstücke aus dem Film „Schindlers Liste“ und Choräle von Johann Sebastian Bach ergänzt.

„Bilder aus Auschwitz“ ist ein Projekt der Reihe „Erinnern und nicht vergessen“, die vor 10 Jahren als Erinnerungsarbeit der Kriegsgeneration in der Hochmeistergemeinde Halensee begann. Waren es anfangs Vorträge, so übernahm mit dem Älterwerden der Initiatoren zunehmend die Evangelische Jugend Wilmersdorf die Vortragsveranstaltung und wandelte sie in ein Theaterprojekt um.

„Die Jugendlichen werden in der Schule mit dem Thema überschüttet“, sagt Jugendmitarbeiterin Sabine Maaß. „Es gibt Schulen, die einen KZ-Besuch zur Pflicht machen. Viele Jugendliche machen da verständlicherweise einfach zu.“ Das Wilmersdorfer Projekt hingegen setze auf Freiwilligkeit – und einen emotionalen Zugang zum Thema. Jedes Jahr setzen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einem anderen Aspekt des Dritten Reichs auseinander: Jugendkultur in der Diktatur, Flucht, Identität, aber auch die Schuld der Deutschen Christen waren in den vergangenen Jahren Thema. „Unser Ziel ist es, sich damit auseinander zusetzen, wie man in so eine Situation kommen kann“, sagt Maaß. „Der Nationalsozialismus ist ja nicht plötzlich losgegangen. Man muss lernen, hinzugucken und zu sehen.“

Die Vorstellung beginnt an beiden Tagen um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Für Journalisten besteht die Möglichkeit, zur Vorabberichterstattung eine der Proben zu besuchen. Bitte kontaktieren Sie Cornelia Kästner unter Tel 0160 95 24 50 66.

 

www.evjuwi.de/termine/november.html

 

Pressemitteilung
 

 



Grußwort
: Bischof Dr. Dr.h.c. Markus Dröge



Einladung
 

 


Evangelische Apostel Paulus Gemeinde

 

SchülerInnengottesdienst
zum Pogromnachtgedenken

mit Pfarrer i.E.Dr.Zarnow und LehrerInnen

 

Freitag  I  9. November 2012  I  10.30 Uhr

Ort:    Apostel-Paulus-Kirche, Klixstr. 2, 10823 Berlin

 

www.ev-apg.de

 

 


Stadt Potsdam

 

Anbringung einer
Gedenktafel für Carola Müller


Freitag  I  9. November 2012  I  12.15 Uhr

Ort:   Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 105/06

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
dem Engagement von Davyd Rozenfeld ist es zu verdanken, dass Potsdamerinnen und Potsdamer,
die sich während des NS-Regimes für jüdische Mitbürger einsetzten, öffentlich geehrt werden.
Im Andenken daran und für eine lebendige Erinnerungskultur widmet die Landeshauptstadt
diesen Bürgerinnen und Bürgern Gedenktafeln.

Wie von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, soll die Potsdamerin Carola Müller mit
einer Gedenktafel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt werden.

Ich lade Sie daher ein, bei der Enthüllung der Gedenktafel am 09. November 2012 um 12.15 Uhr
in der Friedrich-Ebert-Straße 105/06, im Rahmen einer kleinen Feierstunde dabei zu sein. Der
Ablauf ist wie folgt geplant:

Grußwort des Oberbürgermeisters
Grußwort Herr Rozenfeld
Feierliche Enthüllung der Gedenktafel

Ich würde mich freuen, wenn Sie an dieser Zeremonie teilnehmen. Im Anschluss daran können wir
gemeinsam der Reichspogromnacht gedenken. Die Veranstaltung findet ab 13.00 Uhr am Platz
der Einheit, neben der Post statt.


Mit freundlichen Grüßen
Jann Jakobs
Oberbürgermeister

 

 

Jüdische Gemeinde Potsdam

Friedenskirchengemeinde Potsdam

Stadt Potsdam

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Potsdam

Pogromnachtgedenken
in Potsdam

Freitag  I  9. November 2012  I  13.00 Uhr

Ort:   Potsdam, Platz der Einheit (neben der Hauptpost) - an der Gedenktafel

 

 

Begrüßung: Simon Kuntze, Stadtkirchenpfarrer und Pfarrer der Friedenskirchengemeinde Potsdam
Ansprache: Jann Jakobs, Oberbürgermeister der Stadt Potsdam
Ansprache: Michail Tkach zum Gedenken 

Gebet: El Male Rachamim

Verlesung der Namen

Gebet: Kaddisch

Kranzniederlegung
Gebet: Schma Jisrael
Psalmgebet: Psalm 126

Ansprache: Ud Joffe

Gesang: Shir Ha-Maalot (Lied zum Psalm 126)

 

Zug zum Ort der neuen Synagoge

Gemeinsames Lied: Hine ma Tow

Ansprache: Vertreter des Landes Brandenburg
Gemeinsames Lied: Osse Shalom
Geistliches Wort: Simon Kuntze, Stadtkirchenpfarrer und Pfarrer der Friedenskirchengemeinde Potsdam
Schlusssegen 

(Stand: 29.10.2012)

 

 

INITIATIVE HAUS WOLFENSTEIN

Verein zur Erhaltung der ehemaligen Synagoge Steglitz
und zur Förderung
interkultureller Begegnung e.V.

Wrangelstr. 10, 12165 Berlin

 

Gedenken an der Spiegelwand

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht

 

Freitag  I  9. November 2012  I  15.30 Uhr

Ort:       Steglitz, Hermann-Ehlers-Platz

 

 

„Die Auseinandersetzung mit dem Erbe der jüdischen Tradition im Berliner Südwesten und mit Entstehung und Folgen der nationalsozialistischen Rassenpolitik mitten in der deutschen Gesellschaft ist als Erinnerungsarbeit für und mit der nächsten Generation weiter zu entwickeln.“

Beschluss der Mitgliederversammlung der >Initiative Haus Wolfenstein< 2004.

 

 

 

Berliner VVN-BdA e.V.

Anifaschistischen Initiative Moabit

 

Es ist geschehen, folglich kann es wieder geschehen. (Primo Levi)

 

Gedenkkundgebung

 

Freitag  I  9. November  2012  I  17.00 Uhr

Ort:    Deportationsmahnmal
an der ehemaligen Synagoge in der Levetzowstraße in Berlin-Moabit

Ansprachen:
Zeitzeugin Margot Friedländer (*1921)

Hans Coppi, Vorsitzender der Berliner VVN-BdA e.V.

ein Vertreter der Anifaschistischen Initiative Moabit

Musikalische Begleitung:
Mitglieder der Gruppe  Zhetva

Die ehemalige Synagoge in Moabit wurde von den Nazis als Sammellager zur Vorbereitung der Deportationen missbraucht.

Wir möchten die Teilnehmer_innen bitten Blumen am Mahnmal niederzulegen.


Anschließen wird sich eine Demonstration zum Deportationsmahnmal auf der Putlitzbrücke. Dort soll auch der alltägliche Rassismus in Deutschland, die Morde des NSU und die unerträgliche Situation von Flüchtlingen in thematisiert werden. 

In diesem Jahr jähren sich die ersten Deportationen von Juden und Jüdinnen in die  Vernichtungslager aus Berlin zum 71. Mal. Am 18.Oktober 1941 verließ vom Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald der erste Deportationszug Berlin in Richtung des Ghettos Litzmannstadt/Lodz. Vor 70 Jahren, ab August 1942 wurden diese vom Bahnhof an der Putlitzbrücke in Moabit fortgesetzt. 

Unser Anliegen ist leider nach wie vor aktuell. Antisemitische Angriffe bleiben in Deutschland alltäglich. So wurden in den letzten Monaten in Berlin der Rabbiner Daniel Alter in Friedenau tätlich angegriffen, eine Gruppe jüdischer Schüler auf dem Schulweg in Charlottenburg angepöbelt und der Generalsekretär der Juden in Deutschland mit seinen Töchtern auf dem Heimweg aus der Synagoge bedroht. 

Wir freuen uns, dass wir Margot Friedländer als Zeitzeugin und Überlebende des Naziterrors bei uns am 9.November begrüßen dürfen. Sie wurde als Margot Bendheim 1921 in Berlin geboren. Von 1942 bis 1943 versteckte sie sich vor den Nazis, um einer Verhaftung und Deportation zu entgehen. 1944 wurde sie verhaftet und in das Ghetto Theresienstadt gebracht. Sie überlebte und emigrierte in die USA. 2010 kehrte sie nach Berlin zurück.

 

Berliner VVN-BdA e.V., November 2012

 
Berliner VVN-BdA e. V., Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Tel.: 030/ 29 78 41 78, Fax: 030/ 29 78 43 78
E-Mail: 
berlin@vvn-bda.org
http://berlin.vvn-bda.org

 

 

 

 

Stolpersteine für Nazi-Opfer
am 9. November
beleuchten

 

 

Pressemitteilung

 

Berlin, den 26.10.2012


Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann ruft dazu auf, am Freitag, dem 9.11.2012 zur Erinnerung an die Pogromnacht des 9. November 1938 alle Stolpersteine in Charlottenburg-Wilmersdorf mit Kerzen zu beleuchten und mit Blumen zu schmücken:

"Aufgrund der Initiative vieler Bürgerinnen und Bürger unseres Bezirks und insbesondere auch dank der Mitglieder der bezirklichen Stolpersteine-Initiative erinnern in Charlottenburg-Wilmersdorf mehr als 1.750 Stolpersteine an deportierte und ermordete Opfer des Nazi-Terrors. Seit einigen Jahren werden viele dieser Stolpersteine am Abend des 9. November mit Kerzen und Blumen geschmückt.
Der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon hat dies als "wundervolle Geste" bezeichnet und geschrieben: "Wir freuen uns sehr über diese schöne und anteilnehmende Reaktion vieler Berliner und Berlinerinnen und teilen mit Ihnen den Wunsch, dass sich diese Idee herumspricht und Berlin künftig an diesem dunklen Tag erleuchtet." Diesen Wunsch hat die Bezirksverordnetenversammlung in einem einstimmigen Beschluss bekräftigt. Wir bitten Sie, mit dazu beizutragen, dass er in Erfüllung geht, damit in diesem Jahr noch mehr Menschen mit Kerzen und Blumen an Stolpersteinen auf die Opfer aufmerksam machen und damit ein Zeichen setzen für die Erinnerung und gegen Geschichtsvergessenheit sowie gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus."

 

Der israelische Gesandte Emmanuel Nahshon wird gemeinsam mit Helmut Lölhöffel von der Stolpersteine-Initiative am

 

Freitag  I  9.11.2012  I  17.30 Uhr

Ort:  vor der Synagoge an der Pestalozzistr. 14/15, 10625 Berlin

 

zum Gedenken an die von dort deportierten jüdischen Berlinerinnen und Berliner symbolisch Kerzen aufstellen.

Die Adressen aller Stolpersteine in Charlottenburg-Wilmersdorf und die Inschriften sind mit vielen weiteren Informationen auf der bezirklichen Website im Internet zu finden unter:

 

www.stolpersteine.charlottenburg-wilmersdorf.de
 

 


Evangelische Kirchengemeinde Zum Heilsbronnen

Kranzniederlegung
am Mahnmal

für die in der Reichspogromnacht in Brand gesteckte
Synagoge in der Münchener Straße

 

Freitag  I  9.November 2012  I  Treffpunkt: 18.00 Uhr
Ort: Kirche Zum Heilsbronnen
, Vorraum der Kirche

 

 

 

Synagogengemeinde Sukkat Schalom Berlin - Hüttenweg

 

Gedenken
an die Pogromnacht

 

Da in diesem Jahr der 9. November auf einen Schabbat fällt, werden wir den Gottesdienst mit einer Gedenkveranstaltung verbinden. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Dahlem, die ja bekanntlich in der Tradition des christlichen Widerstandes in der Nazizeit steht, wird dieser Abend vorbereitet.

Neben unseren beiden Vorbeterinnen, werden unser Chor und der Kirchenchor der KG Dahlem den Gottesdienst musikalisch gestalten. Die Predigt wird als Dialogpredigt unseres Rabbiners mit

Pfarrerin Marion Gardei von der Kirchengemeinde Dahlem gestaltet.

 

Der Gottesdienst findet am

Freitag  I  9. November 2012  I 19.30 Uhr

Ort: Kirchengemeinde Dahlem, Gemeindesaal, Thielallee 1-3, 14195 Berlin

 

In wenigen Tagen jährt sich zum 74. Mal die Nacht des Novemberpogroms von 1938. Während die große Mehrheit der Berlinerinnen und  Berliner sich an diesem Tag an den Mauerfall erinnert, werden wir gemeinsam mit Christen, Politikern und anderen Gästen der Opfer dieser Nacht im Jahr 1938 und der darauf folgenden Jahre erinnern. Bitte beachten Sie, dass an diesem Freitag der Gottesdienst nicht am Hüttenweg sondern im Gemeindesaal der Kirchengemeinde Dahlem stattfindet.

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

 

 

Es laden ein:

Arbeitsgemeinschaft Judentum und Christentum in der EKBO,
Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Berlin,
Evangelische Jugend in der EKBO

Evangelische Jugend Sophiengemeinde

Evangelische Studierendengemeinde Berlin

Christlich getauft –
als Juden verfolgt

Pogromnachtgedenken in der Sophienkirche

Freitag  I  9. November 2012  I  19.30 bis 20.30 Uhr

Ort:   Sophienkirche, Große Hamburger Str. 28, Berlin-Mitte (Nähe Hackescher Markt) 

An diesem Abend erinnern wir an die Pogromnacht des Jahres 1938 und gedenken der sechs Millionen ermordeten europäischen Juden, die zu Opfern der Schoa wurden. Zu diesen Opfern gehören auch Menschen aus jüdischen Familien, die zum Christentum übergetreten waren – manche vor langer Zeit, einige aber auch erst in der Zeit des Nationalsozialismus. Am Schicksal dieser getauften Christen, die als Juden verfolgt und ermordet wurden, lassen sich Versagen und Schuld unserer Kirche eindrücklich aufzeigen. Deswegen werden wir in diesem Jahr den Spuren dieser Menschen besonders nachgehen. Wir freuen uns, dass die evangelische Generalsuperintendentin von Berlin, Ulrike Trautwein, einen Redebeitrag dazu halten wird.

 

Kontakt:

Thomas Koch, Studienleiter für Jugendarbeit in Berlin

Amt für kirchliche Dienste in der EKBO (AKD)

Goethestr. 26-30, 10625 Berlin

Tel.: 030 / 31 91 - 191

t.koch@akd-ekbo.de

 

 

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Berlin

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

 

Dr. Hans-Jürgen Zacher

»Vern – Ich suchte einen Zeitzeugen
und fand einen Freund«
 

Erzählung einer Freundschaft

Dienstag  |  13. November 2012  |  19.00 Uhr
 

Ort:    Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Seminarraum,

              Oranienburger Straße 28 – 30, 10117 Berlin

Erzählt wird die autobiografische Geschichte von Werner Halle (Vern), der als 14- jähriger Junge mit einem jüdischen Kindertransport Deutschland verlassen musste. Sein Vater war der letzte jüdische Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Werl. Hans-Jürgen Zacher erzählt die bewegende Geschichte seiner sehr engen Freundschaft mit Vern, der erst nach 64 Jahren angstfrei seine Geburtsstadt und die Stätten seiner Kindheit besuchen konnte. Gezeigt werden auch Fotos und andere seltene Originaldokumente aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Hans-Jürgen Zacher:
geb. 1950 in Hamm, dort von 1981 bis 2012 Gymnasiallehrer, 1988 Promotion mit dem Thema »Die Synagogengemeinde Werl von 1847 bis 1941«, Betreuung und Leitung zahlreicher preisgekrönter Schülerprojekte, Mitglied der GCJZ Dortmund.

Anmeldung:   erwünscht über die GCJZ-Geschäftsstelle
                     Telefon: 821 66 83 /
Fax: 82 70 19 61 /
                     E-Mail: gcjz.berlin@t-online.de

Eintritt:          frei

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

TOP

Verlautbarungen

Zum 9. November 2012:

TOP


Zum 9. November 2011:

TOP


Zum 9. November 2010:

TOP


Zum 9. November 2008:
Mit Bestürzung und Trauer
Gemeinsame Erklärung
des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und
des Vorsitzenden des Rates der EKD, Bischof Dr. Wolfgang Huber,
zum 70. Jahrestag (2008) der November-Pogrome
Denk an deine Gemeinde, Gott, die du vorzeiten erworben!
Deine Widersacher lärmten an deiner heiligen Stätte,
stellten ihre Banner auf als Zeichen des Sieges.
Sie sagten in ihrem Herzen: „Wir zerstören alles.“
Und sie verbrannten alle Gottesstätten ringsum im Land.
Wie lange, Gott, darf der Bedränger noch schmähen,
darf der Feind ewig deinen Namen lästern? (aus Psalm 74)

Der 9. November ist ein denkwürdiges Datum in der deutschen Geschichte. Im Jahre 1918 wurde an diesem Tag die Republik ausgerufen. Für uns Heutige ist vor allem der 9. November 1989 mit lebhaften Erinnerungen verbunden – der Tag, an dem die Berliner Mauer geöffnet und ein neues Kapitel der Freiheit und Einheit in Deutschland aufgeschlagen wurde. Im Jahr 2008 aber muss unser Blick sich in besonderer Weise auf die dunkelste Epoche unserer Geschichte richten. Während die Jahrestage 1918 und 1989 deutsche und europäische Aufbrüche der Freiheit und des Rechts symbolisieren, steht der 9. November 1938 für Hass und Gewalt, für Niedertracht und das Erblinden des Gewissens. Er war ein Widerruf jener Freiheitsversprechen, mit denen die erste deutsche Republik einst angetreten war, und bedeutete für die deutschen Juden, dass sie keine sichere Heimstatt im eigenen Lande mehr besaßen.

In den November-Pogromen von 1938 wurden wehrlose Menschen gedemütigt, gepeinigt und ermordet, Gotteshäuser geschändet und zerstört. Die schrecklichen Bilder von brennenden Synagogen haben sich in unser Gedächtnis gebrannt. Sie lehren auch heute: Wo es keinen Respekt vor dem Heiligen und dem für den menschlichen Zugriff Unverfügbaren gibt, dort gibt es auch keinen Respekt vor den Menschen.

Die Pogrome waren nicht nur bewusst geplant, sondern ihnen gingen auch Jahre der propagandistischen und politischen Vorbereitung voraus – eine Zeit der offenen antisemitischen Hetze, der systematischen rechtlichen Ausgrenzung, menschenverachtenden Diskriminierung und Verfolgung. Die November-Pogrome waren zugleich der Auftakt zum Holocaust, zu einer Epoche ungeahnter Zerstörung und Vernichtung, an deren Folgen Europa, die Welt und vor allem die jüdische Gemeinschaft noch heute zu tragen haben.

Unzählige Menschen sind Opfer des Nationalsozialismus geworden. Anlässlich der Pogrome des Jahres 1938 richtet sich unser Gedenken besonders auf die Juden, deren systematische Verfolgung und Ermordung ein beispielloses Menschheitsverbrechen darstellen. Ihr Leiden, ihre Einsamkeit und ihre Verzweiflung angesichts einer Gewaltmaschinerie, die mit Demütigung und Entrechtung begann und mehr und mehr von absolutem Vernichtungswillen angetrieben wurde, erfüllen uns mit Bestürzung und Trauer.

Die offen zur Schau gestellte Gewalt des November 1938 fand in der deutschen Bevölkerung weniger Rückhalt als die rechtliche Diskriminierung, der die Juden seit 1933 ausgesetzt waren. Doch es gab viel schweigendes Zuschauen und achselzuckendes Hinnehmen. Neben den Schlägern, Brandschatzern und Marodeuren sowie jenen, die ihnen verdeckt oder gar offen lebhaften Beifall zollten, gab es nicht wenige, die der Anblick des staatlich verordneten Terrors irritierte; eine grundsätzliche Erschütterung des Vertrauens in den nationalsozialistischen Staat war damit allerdings meist nicht verbunden. Und es gab auch die – gerade auch in den christlichen Kirchen –, die die Gewalttaten entschieden ablehnten, jedoch in Furcht und einem Gefühl der Ohnmacht verharrten. Aber es war auch die Stunde jener Wenigen, die den Zerstörungen Einhalt gebieten wollten und den Bedrängten Unterschlupf gewährten.

Als Christen und Kirchen erinnern wir uns dankbar des katholischen Priesters und Berliner Dompropstes Bernhard Lichtenberg, der am Abend des 9. November 1938 öffentlich für die Juden und die nichtarischen Christen betete und dafür wegen volksfeindlicher Hetze angeklagt wurde. Seinen Weg an der Seite der Verfolgten hat er später mit dem Leben bezahlt. Ebenso berührt uns der Mut des evangelischen Pfarrers Helmut Gollwitzer, der in einer Predigt wenige Tage nach den Pogromen für die Verfolgten Stellung bezog und die Gemeinde in Berlin-Dahlem davon überzeugte, die Familienangehörigen inhaftierter Juden zu unterstützen. Das Zeugnis dieser und anderer Christen und Kirchenvertreter kann das Verzagen oder Versagen anderer nicht zudecken. Es erinnert uns immerhin daran, dass die Stimmen von Humanität und Nächstenliebe auch im Angesicht des schlimmsten Abgrundes der Unmenschlichkeit nie ganz verstummt sind.

Unsere Erinnerung an die Reichspogromnacht 1938 würde ins Leere laufen, wenn wir sie nicht mit der Frage nach der praktischen Solidarität verbänden, die wir den in unserer Zeit zu Unrecht Verfolgten und den Opfern von Gewalt schulden. Leider sind Antisemitismus und Rassismus auch heute nicht überwunden. Auch in Europa prägen Ausgrenzung und Diskriminierung den Alltag vieler Menschen. Die Sünde der Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid der Anderen stirbt nicht aus. Allzu schnell legt sich der Schleier der Abgrenzung über unsere Augen und versperrt die Sicht auf das Antlitz des Nächsten. Jedem Menschen, gleich welcher Hautfarbe, Volkszugehörigkeit oder Religion, ist das Bild Gottes eingeprägt. Keiner darf preisgegeben werden. Davon in Wort und Tat Zeugnis abzulegen, sind wir als Christen in besonderer Weise gefordert. Die Erinnerung an die Schreckensnacht und ihre Folgen ist gerade auch heute, da die Zeitzeugen allmählich verstummen, von großer Bedeutung. Mahnt sie uns doch, alles zu tun, um eine Gesellschaft in Freiheit und gegenseitiger Achtung zu gestalten, die sich ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen stellt.

Quelle: http://www.dbk.de/aktuell/meldungen/01779/index.html

Download

 

TOP

Hinweise

Deutsche Geschichte: 9. November

Informationen der




D
er 9. November ist ein Datum, das für dramatische Umbrüche und Wendepunkte in der deutschen Geschichte steht. Die Ereignisse reichen von der emphatisch begrüßten Öffnung der Mauer im Jahr 1989 bis zu einem der schwärzesten Tage der Deutschen, den Judenprogromen 1938, grausamer Beginn der offenen Judenverfolgung und Auftakt des Holocausts.

Aus unserem Programm zu diesem Tag:

Der 9. November in der deutschen Geschichte
www.bpb.de/themen/V8YTAG

 
9. November 1848:
Die Erschießung des Märzrevolutionärs Robert Blum in Wien
Revolution von 1848, [2006], (Bestellnummer 4265)
Informationen zur politischen Bildung
www.bpb.de/publikationen/01541471548432576123093477837078


Online-Dossier: Von der Paulskirche bis zur Verfassung von 1871
www.bpb.de/themen/9HFAFS

9. November 1918: Abdankung des Kaisers und Ausrufung der Republik
Weltkrieg und Revolution 1914-1918/19, [2008], (Bestellnummer 1710)
 
Weimarer Republik, [2003], (Bestellnummer 4261)
Informationen zur politischen Bildung
www.bpb.de/publikationen/P8C5HC
 
9. November 1918:
Novemberrevolution - Ausrufung der ersten deutschen Republik
www.bpb.de/themen/V8YTAG


9. November 1923:
Hitler-Ludendorff-Putsch in München
Nationalsozialismus I, [2003], (Bestellnummer 4251)
Informationen zur politischen Bildung
www.bpb.de/publikationen/08088896480389708701525882301191
Weimarer Republik, [2003], (Bestellnummer 4261)
Informationen zur politischen Bildung
www.bpb.de/publikationen/P8C5HC
 
9. November 1938:
Die Progromnacht markiert den Beginn der gewaltsamen Judenverfolgung
Online-Dossier: Ausbau des Führerstaates
www.bpb.de/themen/IHKOR2
Nationalsozialismus, [2007], (Bestellnummer 7714)
Aus Politik und Zeitgeschichte
www.bpb.de/publikationen/NDJZ93
Das Dritte Reich und die Juden, [2007], (Bestellnummer 1565)
www.bpb.de/publikationen/RMR7Z4
 
9. November 1967:
Mit „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“ entstand das Bild der 68er
Online-Dossier: Die 68er-Bewegung
www.bpb.de/themen/UEZYL5
1968, [2008], (Bestellnummer 7814)
Aus Politik und Zeitgeschichte
www.bpb.de/publikationen/SDDOVV
Jugendrevolte und globaler Protest 1968, [2008], (Bestellnummer 1699)
www.bpb.de/publikationen/YZZ074
 
9. November 1989:
Nach 28 Jahren öffnet die DDR die Berliner Mauer
Homepage Chronik der Mauer
www.chronik-der-mauer.de
Online-Dossier: Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur (auch als DVD)
www.bpb.de/themen/JIRGFC
Die Berliner Mauer – The Berlin Wall, [2007], (Bestellnummer 3968)
Zeitbilder
www.bpb.de/publikationen/JUVV4V
 

TOP

 
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin e.V. 
Laubenheimer Straße 19, 14197 Berlin - Tel.: 8216683 Fax: 82701961
Bankverbindung: Postgirokonto Berlin  -  Bankleitzahl 100 100 10  -  Kontonummer: 838-106