Grußwort des
Regierenden Bürgermeisters von Berlin,
Eberhard Diepgen,
zur Woche der Brüderlichkeit 2001

  

Ich begrüße Sie ganz herzlich zur diesjährigen "Woche der Brüderlichkeit". Sie gibt wieder den Rahmen für eine Fülle verschiedenartiger Veranstaltungen, die alle dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens und Verstehens dienen. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, die nicht nur auf eine ganz beachtliche eigene Tradition, sondern auch auf den jahrhundertealten Erfahrungsreichtum von Christentum und Judentum zurückgreifen kann, ist dazu in besonderer Weise geeignet.

Auch heute ist die Aufgabe der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit unvermindert aktuell. Vielleicht notwendiger denn je in einer Zeit, in der sowohl das Gespräch als auch das Miteinander nicht mehr selbstverständlich zu sein scheinen. Menschen aus 180 Staaten leben in unserer Stadt zusammen. Die Aufgabe, diese Bürger verschiedener Herkunft, Weltanschauungen und Religionen zu integrieren, stellt sich in Berlin mit bleibender Dringlichkeit. Ohne Toleranz und gegenseitige Verständigung ist ein friedliches Zusammenleben nicht möglich.

Es lohnt sich daher, über das diesjährige Motto der "Woche der Brüderlichkeit" "...denn er ist wie du..." etwas länger nachzudenken. Denn so wichtig auch Toleranz ist, sie ist allein nicht ausreichend. Vielmehr muss sie ergänzt werden durch das gegenseitige Akzeptieren, wozu eine genaue Kenntnis der eigenen und der fremden geistigen Herkunft gehört. Dieses Lernen über und voneinander, dieser Austausch der Überzeugungen und Standpunkte, diese Verständigung und Zusammenarbeit der Religionen und Weltanschauungen sind für eine Hauptstadt und Metropole wie Berlin unerlässlich, wenn ein fruchtbares Zusammenleben gelingen soll.

Die "Woche der Brüderlichkeit" öffnet aber auch den Blick auf weltweite Konflikte, die ihre Wurzeln in ethnischen, weltanschaulichen oder religiösen Gegensätzen haben. Hier zur Verständigung und Versöhnung beizutragen, gehört auch zu den Aufgaben der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Ich wünsche allen Veranstaltungen, die im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit stattfinden, guten Zuspruch, reges Interesse, weiterführende Vorträge und spannende Diskussionen.

Eberhard Diepgen
Regierender Bügermeister von Berlin

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