Grußwort
des Regierenden Bürgermeisters von Berlin

Klaus Wowereit

2007
 

Seit über 55 Jahren lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zur jährlichen Woche der Brüderlichkeit ein. Wenn es heute eine Vielzahl von Verbindungen und Foren interreligiöser Verständigung zwischen Christen und Juden gibt und wenn gegenseitiger Respekt die Beziehungen zwischen diesen beiden monotheistischen Weltreligionen prägt, dann haben wir dies maßgeblich auch den Mitgliedern dieser in der Nachkriegszeit entstandenen Organisation und ihren vielfältigen Initiativen zu verdanken.

Berlin - die Stadt, in der der Völkermord an den Juden geplant und befohlen wurde - ist heute eine weltoffene und tolerante Stadt, in der Menschen aus über 180 Ländern der Welt friedlich zusammenleben. An vielen Orten gedenken die Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste der Geschichte. Dieses aktive Erinnern bleibt wichtig, denn nur wenn wir uns immer wieder bewusst machen, was geschehen ist, wird uns auch der Wert der Demokratie und des Rechtsstaates bewusst.

Die ehrliche und offene Auseinandersetzung mit der Shoah und ihren Ursachen ist und bleibt eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Gestaltung einer humanen Gesellschaft. So kann man denn auch den Leitspruch für 2007 verstehen: "Redet Wahrheit" soll nicht der Appell an eine abstrakte Wahrheit sein, sondern zuallererst die Aufforderung, einander anzunehmen und zu respektieren.

Die Woche der Brüderlichkeit will Verständigung fördern und sie bietet dafür ein bewährtes Forum.

In diesem Sinne wünsche ich der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und ihren Veranstaltungen in der Woche der Brüderlichkeit regen Zuspruch sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern interessante Gespräche und Begegnungen.

Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin

Foto: Senat von Berlin

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