Grußwort
des Erzbischofs von Berlin,
Georg Kardinal Sterzinsky
,
zur Woche der Brüderlichkeit 2005

Georg Kardinal Sterzinsky

Das Motto der diesjährigen Woche der Brüderlichkeit "Prüfet alles, das Gute behaltet" findet sich im 1. Thessalonicherbrief unter den Anweisungen für das Gemeindeleben. Die Regel meint, was die christliche Tradition Unterscheidung der Geister nennt. Sie ist eine wirksame Hilfe für jede Gemeinschaft und jeder religiösen Gemeinde besonders empfohlen. Es ist gut zu wissen, aus welcher Geisteshaltung eine Anregung, Empfehlung oder Aufforderung kommt. Sie hilft, Spaltungen und Irrwege zu vermeiden.

Die Woche der Brüderlichkeit zeigt in ihrem Programm ein weites Feld von Möglichkeiten für Begegnungen mit Menschen verschiedener Tradition, Kultur und Glaubensüberzeugung. Sie wirbt für Offenheit und die Bereitschaft, die eigene Haltung auf Vorurteile hin zu überprüfen. Das genauere Kennenlernen des Fremden und Anderen hilft, unnötige Ängste und Barrieren abzubauen und neue Einsichten und Freunde zu gewinnen. Das ist eine Erfahrung der innerchristlichen Ökumene und des interreligiösen Gesprächs in zurückliegenden Jahrzehnten. Die Erfahrung ist überall möglich, wo Menschen zusammen leben. Sie dient dem Frieden. Auch für den Einzelnen ist sie eine Entscheidungshilfe.

Ich begrüße die Woche der Brüderlichkeit als eine Chance zum Kennenlernen und zur gegenseitigen Bereicherung und wünsche ihr Gottes Segen.


Georg Kardinal Sterzinsky
Erzbischof von Berlin

Foto: Erzbischöfliches Ordinariat