Grußwort des
Regierenden Bürgermeisters von Berlin,
Klaus Wowereit,
zur Woche der Brüderlichkeit 2005

Klaus Wowereit

Auch in diesem Jahr laden die beiden christlichen Kirchen und die Jüdische Gemeinde wieder zur Berliner Woche der Brüderlichkeit ein. Unter dem Motto: "Prüfet alles, das Gute behaltet" finden Juden, Christen und Angehörige anderer Konfessionen im Rahmen vielfältiger Veranstaltungen die Gelegenheit, den Dialog zwischen den Religionen zu führen und voneinander zu lernen.

Miteinander ins Gespräch zu kommen, gegenseitiges Verständnis, aber auch der Respekt vor unterschiedlichen Anschauungen sind heute vielleicht wichtiger denn je. Es ist unserer aller Aufgabe, dem viel beschworenen Kampf der Kulturen etwas Positives entgegenzusetzen. Zugleich gibt es Beispiele, die uns zeigen, dass die Menschen auf dieser Welt über alle Konflikte hinweg nahe beieinanderstehen können. Ich denke zum Beispiel an die Erfahrungen mit der verheerenden Flutkatastrophe in Südostasien. Politische Gegensätze wurden plötzlich unwichtig, religiöse und kulturelle Unterschiede spielten keine Rolle mehr. Hilfsbereitschaft und Solidarität waren weltweit groß, wir alle haben eine gemeinsame Verantwortung übernommen. Die Welt ist im Angesicht dieser Katastrophe zusammengerückt.

Ein solches Zusammenrücken wünsche ich mir auch auf längere Sicht. Auch die Berliner Woche der Brüderlichkeit wird wieder ihren Beitrag dazu leisten. Die zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen dieser Woche dienen der Verständigung und ich bin überzeugt davon, dass sie dem Dialog zwischen Christen, Juden, Moslems sowie Angehörigen anderer Konfessionen neue Impulse geben können.

In diesem Sinne wünsche ich der Woche der Brüderlichkeit sehr viel Erfolg sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern anregende Gespräche und interessante Begegnungen. Zugleich danke ich der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit für ihr großes Engagement im Zeichen von Verständigung und Respekt.

Klaus Wowereit
Regierender Bürgermeister von Berlin

Foto: Senat von Berlin