Grußwort der Gesellschaft für
Christlich-Jüdische Zusammenarbeit
in Berlin e.V.

"Prüfet alles, das Gute behaltet" (1. Thess 5.21)

Bernd Streich

"Prüfet alles" - eine Selbstverständlichkeit, eine Normalität für den kritischen, vielleicht auch den skeptischen heutigen Menschen in unserer Gesellschaft. Damals in den Zeiten der Bibel (1. Thes 5,21) war es eine Aufforderung, eine Anweisung nicht leichtgläubig gegenüber jeder Rede, jeder Information, jeder Nachricht zu sein und auch nicht dem eigenen Verhalten gegenüber. Etwas sehr aktives. Nicht das "Ist doch egal" oder "Kann man doch nichts machen", sondern: Prüfet alles, das Gute behaltet. - Es ist auch heute eine Herausforderung: Traditionen, Gewohnheiten, Lebensstile und Grundsätze zu prüfen. Nicht um alles über Bord zu werfen, sondern um das Gute zu behalten, das Gute (neu) zu entdecken. "Das Gute behaltet" beinhaltet den Einsatz für das Gute: Engagement, Zivilcourage und ggf. Gesicht zeigen.

Wir sind froh über neues Entfalten jüdischen Lebens in Berlin.
Wir sind erschrocken und empört über jeden Antisemitismus besonders über deren Anwachsen in unserer Gesellschaft.

Christliche Kirchen in Europa haben sich in ökumenischer Gemeinsamkeit in der "Charta Oecumenica" verpflichtet
- "allen Formen von Antisemitismus und Antijudaismus in Kirche und Gesellschaft entgegenzutreten;
- auf allen Ebenen den Dialog mit unseren jüdischen Geschwistern zu suchen und zu intensivieren."

Wir danken allen, die mit eigenen Veranstaltungen zum Gelingen dieser Woche beitragen und laden Sie ein zur Teilnahme an dieser 53. Woche der Brüderlichkeit in Berlin. Wir hoffen, dass ein Abbau von Vorurteilen gelingt und ein Geist wahrer Geschwisterlichkeit an Boden gewinnt

Bernd Streich
Katholischer Vorsitzender

Foto: privat